und wieso regnen die Wolken?

wieso kann die Sonne nicht scheinen,

nur ein einziges Mal, für mich?

ich will nicht, dass man denkt, ich wäre egoistisch, nein, das bin ich nicht. Ich bin frei. Frei von allem was um mich geschieht, dass ist nicht meine Schuld. Und ich will auch nicht, dass man denkt ich schiebe die Schuld immer auf andere, nein, das tue ich nicht, ich spreche nur aus, wie es wirklich ist.

Ich bin klein, hässlich und pummelig. Ich vertrete meine Meinung, ich sage genau das, was mir in dem Moment durch den Kopf geht. Ich mache mir keine Mühe höflich zu sein, ich bin direkt, sage Schimpfwörter wann und wo ich will. Ich habe vor keinem Respekt, und keiner hat Respekt vor mir. So ist das.

Und so bleibt das. Keiner hat mir je gelernt es anders zu tun. Mein Vater war Alkoholiker, meine Mutter drogensüchtig. Sie schlugen mich. Meine anderen Geschwister wurden ins Waisenheim gebracht. Wieso nicht ich? Klar, da ist es auch nicht viel besser als mein Leben, aber dort hat man wenigstens eine Chance. Man gibt den Kindern Hoffnung, auch wenn es keinen Grund dafür gibt. Man hat wenigstens ein Bisschen sozialen Kontakt. Nicht ich. Ich ging nie zur Schule. Hatte nie Freunde, von den Nachbarskindern, die mich täglich schlugen und gemobbt hatten mal abgesehen. Meine Eltern waren zu dicht und breit um irgendetwas zu kapieren. Von Zeit zu Zeit kam das Jugendamt, sie versprachen mir jedes Mal, bald, bald würde es besser werden. Scheiß aufs Jugendamt. Es wurde nie besser, nur schlimmer. Ich floh. Verließ das Elternhaus, das sowieso außer meinen Eltern nur von Ratten bewohnt war. Ich war frei. Doch frei von was? Ich hatte ja sowieso nie etwas gehabt. Das war nicht meine Schuld, mir wurde einfach nie etwas geboten. Ich hatte nichts, und würde es nie zu etwas bringen. Ich ging nie zur Schule, hatte mir das Lesen, Schreiben und Rechnen selbst beigebracht, wer nimmt schon eine Minderjährige, ohne Schulabschluss, ohne Familie, ohne festen Wohnsitz, wer nimmt ein Nichts?

Im Grunde genommen ist alles meine Schuld. ich wehrte mich nie. Ging nie auf eigene Faust zum Jugendamt, ich beschwerte mich nicht. Ich lebte halt. Ja, ich lebte einfach vor mir hin und wartete das etwas passiert.

Es passierte Nichts.

die Wolken regneten.

die Sonne schien wieder mal nicht;

erst recht nicht für mich.

ja, vielleicht sah ich alles negativ, aber glaube mir, dass hätte jeder andere in meiner Situation auch getan. Wo war denn dieser berühmte Lichtblick? Der mir Hoffnung verschaffen sollte? Es gab keinen. Es gab nur Negatives. Die Welt war schwarz, wenn man Glück hatte, war man einer von diesem wenigen glücklichen Leuten, die alles hatten. Und auch immer alles haben würden. Pech, ja ich hatte Pech, ich musste damit auskommen. Ich wusste, das die Meisten dann in Alkoholsucht oder Drogensucht verfielen. Nein, nicht ich. Es brachte doch sowieso nichts. Und ich habe es gelernt, ich war eine glückliche Unglückliche. ich nahm es hin, so wie es war.

und plötzlich schien die Sonne.

es wurde alles gut…;

wegen dir

ich traf dich. ich sah dich. deine grauen Augen, so ausdruckslos, dass ich sofort wusste, dir geht’s genauso dreckig wie mir. Du sahst mich an, ich wusste, alles wird gut… Wegen dir wurde ich glücklich. Richtig glücklich. Ich wurde zudem, was ich heute bin.

Danke